Bernd Trasberger
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  • RIPTIDE, Kerstin Engholm Galerie, Vienna

    opening: Thursday, May 10

    exhibition: May 11 - June 16

    participating artists: James Ferris, Sebastian Freytag, Hedwig Houben, James Prevett, Bernd Trasberger, David Ben White

    curated by Alex Lawler

    Kerstin Engholm Galerie, Schleifmühlgasse 3, A-1040 Wien

    fade_to_grey_RIPTIDE

    press release:

    ...like the wind in the storm like the ocean at dawn as it disappears, with the riptide.
    What you gonna do with your emotions
    The ones you barely recognize
    -Lou Reed, ‘Riptide’, 1996

    Riptide brings together objects and images of six artists that trace the gestures of different modes of practice that seek to construct languages through which to relate to knowledge and history in order to understand the world of lived experience and constructed space.
    Riptide as a term is incorrect. Whilst its common use designates the phenomena of water streaming quickly out to sea from the water’s edge, it ultimately is a free or speculative signifier. Such a term might more accurately articulate a misunderstanding of the natural world, or an understanding of a world built on fragments of empirical forces, flows or sensations.
    Many works of this exhibition operate through recovered or remembered images of surfaces and treatments of public, often civic space. Many of these treatments of material investigate discords or dislodged unity in regards to seriality and rational treatments of organised space. In a number of works Modernism and its legacy appears and is reconfigured. Strategically each of these works offer a ground upon which new notions of subjectivity emerge through the reconstruction of the façade of modernism as an active image.
    These works can be understood as objects that position themselves against an imagined image of modernism as a semi-deceased subject; a ongoing active memory that flows through culture, visual production and exchange.

  • NEUZEIT, Galerie Lena Brüning, Berlin

    opening: Wednesday, April 25

    exhibition: April 26 - June 02

    Galerie Lena Brüning, Almstadtstraße 50, 10119 Berlin

    paulsen

    installation1

    installation2

    photos: Henning Moser

    press release:


    In seiner dritten Einzelausstellung „Neuzeit“ in der Galerie Lena Brüning zeigt Bernd Trasberger eine raumgreifende Installation. Über zwei schwarz gestrichene Wände des Ausstellungsraumes erstreckt sich eine Struktur aus Metallprofilen, an deren Schnittstellen sich rote Leuchten aus Metall befinden. Diese sind so programmiert, dass sie unabhängig voneinander in einem unregelmäßigen Rhythmus auf und abdimmen. Betrachtet man das Motiv der Einladungskarte erkennt man die Konstruktion wieder. Diese ist nun jedoch nicht mehr wie auf der Abbildung als orthogonales Raster unter der Decke organisiert, sondern mäandert netzwerkartig in einer Moleküle oder Sternbilder evozierenden Struktur über die Wand. Das unhierarchische Muster der Deckenkonstruktion wird im Kunstwerk in eine singuläre Struktur überführt und in ein individuelles Objekt transformiert.

    Die Leuchten stammen von der Decke der Aula eines inzwischen umgebauten Berliner Gymnasiums. Auf den ersten Blick erscheint das auf der Einladungskarte abgebildete Beleuchtungsraster der Aula als typische abgehängte Decke im Stil der Nachkriegsmoderne. Darüber befand sich jedoch ein mehrere Meter hohes schwarz gestrichenes Tonnengewölbe. Die abgehängte Decke wirkte nur oberflächlich solide, tatsächlich handelte es sich um ein schwebendes, transparentes Raster. Vor dem Umbau barg Trasberger alle 200 Leuchten der Deckenkonstruktion mitsamt dem dazugehörigen Gitter aus lackierten Metallprofilen.

    Die in der Galerie gezeigte Version stellt nur ein kleines Element dieser Rasterdecke dar, die Trasberger nun modular als Ausgangsmaterial für Ausstellungssituationen verwendet. Ein solches Modul besteht aus mindestens fünf und maximal fünfzehn Leuchten. Wie schon in anderen Arbeiten thematisiert Trasberger auch hier den Umgang mit dem architektonischen Erbe der Moderne und zeigt, wie Elemente dieses Erbes neu betrachtet und in einen zeitgenössischen Kontext überführt werden können.

    Die gegenüberliegende Wand ist vollständig mit bedruckten Seiten aus Flipchartblöcken behängt, die einen Druck des Holzschnittes „Wanderer am Weltenrand“ zeigen. Der wahre Urheber dieses Motivs, das zum ersten Mal 1888 in Camille Flammarions Schrift L’Atmosphère. Météorologie Populaireerscheint, ist unbekannt. Es handelt sich bei dem Bild höchstwahrscheinlich nicht um ein Original aus dem 16 Jahrhundert, sondern um eine Reproduktion die Flammarion oder ein unbekannter Zeichner im historisierenden Stil schuf, um das mittelalterliche Weltbild zu illustrieren. Im 20. Jahrhundert wurde der Stich jedoch immer wieder für eine authentische frühneuzeitliche Arbeit gehalten, die das, ebenfalls historisch nicht nachweisbare, mittelalterliche Flacherdweltbild belegen sollte.

    Trasberger hat die Vorlage, die schon Mitte des 20. Jahrhunderts in kolorierten Fassungen reproduziert wurde, in einen Linoleum Druckstock lasern lassen. Das Resultat sind individuelle Drucke in unterschiedlichen Farben und Farbverläufen. Traditionelle, handwerkliche Technik steht hier im Kontrast zu leichter Reproduzierbarkeit. Die Farbverläufe der Drucke folgen weniger dem Motiv, als dass sie dessen Strukturen ignorieren oder sogar durchbrechen.

    Das pulsierende Leuchten der Glühbirnen und die unregelmäßige Farbgebung scheinen die Drucke in Bewegung zu versetzten. Nicht nur Licht und Farbe oszillieren, auch die historische Abbildung schwankt in ihrer Natur zwischen retrospektiven Authentizitätsanspruch und der gewollten Konstruktion eines nicht historisch nachweisbaren Weltbilds und erscheint im zeitgenössischen Kontext aufgespalten in eine Ansammlung verschiedener Variationen.

  • FADE TO GREY, Ozean, Berlin

    exhibition March 15 - April 04

    Ozean, Schleiermacherstrasse 31, 10961 Berlin

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    photos: Marike Schuurman


    Press Release Fade to Grey at OZEAN

    In seiner Einzelausstellung Fade to Grey präsentiert Bernd Trasberger den Abdruck eines vom Verschwinden bedrohten Flachreliefs. Es stammt von der Außenwand eines Verwaltungsgebäudes in Frankfurt am Main, das seit Jahren leer steht und derzeit trotz Denkmalschutzstatus vom Abriss bedroht ist. Das abstrakte Motiv des 12 Meter breiten Reliefs aus den 1950er Jahren besteht aus unterschiedlich großen Rechtecken, die sich überlagern. Trasberger hat davon eine Frottage angefertigt, welche die Wandgestaltung in über 500 DIN A4 Blätter aufrastert.

    Bei Ozean zeigt der Künstler allerdings nicht das Original, sondern eine digital bearbeitete Version. Die Frottage wurde Blatt für Blatt gescannt und anschließend invertiert. Die mit Graphit abgeriebene Rauhputzstruktur erscheint so als Ansammlung von weißen Punkten und Schlieren auf schwarzem Grund. Dadurch wirkt die grobkörnige Oberfläche des Reliefs wie ein sich in unendliche Tiefen erstreckender Bildraum, die er auf die Außenwand des Ausstellungsraums plakatiert. Damit bringt er das ursprüngliche Relief in veränderter Form wieder in den Stadtraum ein und zeigt gleichzeitig eine entmaterialisierte Version des Zementbildes, das als pdf immer wieder ausgedruckt und plakatiert werden kann wenn das Original schon längst verschwunden sein wird.